Dresden, 17. Juni 2009. Ob im Kindergarten, im Hospiz, im Altenpflegeheim, im Kranken-
haus, bei der Schuldnerberatung oder im Projekt für Langzeitarbeitslose: Soziale Arbeit ist
der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält. Sie erfordert neben all den hohen fachlichen
Anforderungen auch Begegnung und Einfühlung. Soziale Arbeit ist eine komplexe Aufgabe
mit einem hohen Stellenwert. Gewürdigt wird sie nur unzureichend.
Damit soziale Berufe mehr Wertschätzung und materielle Anerkennung erfahren, wollen das
Sächsische Sozialministerium und die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen
(Liga) in einem gemeinsamen Projekt auf die Situation der sozialen Arbeit im Freistaat auf-
merksam machen.
Bei der sachsenweiten Aktion "Perspektivwechsel" werden am 2. Juli 2009 Politiker,
Vertreter der Krankenkassen und der Verwaltung für einen Tag in einer sozialen
Einrichtung arbeiten.
"Ziel ist es", so Matthias Mitzscherlich , derzeitiger Liga-Vorsitzender und Caritasdirektor für
das Bistum Dresden-Meißen, im Rahmen des heute im Sächsischen Landtag vorgestellten
Projekts, "dass Entscheidungsträger und Akteure in der Sozialpolitik den Alltag in den
sozialen Diensten und Einrichtungen kennen lernen und sehen, wie sich politische Ent-
scheidungen ganz konkret auf die Lebensverhältnisse der Betroffenen auswirken."
Sozialministerin Christine Clauß (CDU) hat für das Projekt die Schirmherrschaft
übernommen.
Wer sich als Entscheidungsträger bereit erklärt, einen Tag bei einem ambulanten Pflege-
dienst mitzugehen, einen Tag einen Menschen mit Behinderung in einer Werkstatt zu
betreuen oder in der Wohnung zu assistieren, einen Tag im Wohnbereich eines Altenpflege-
heims mitzuhelfen, einen Tag im Hospiz, in einer Schuldnerberatungsstelle oder in der
Kindertageseinrichtung mitzuarbeiten, zeigt Interesse und setzt darüber hinaus auch ein
Zeichen der Wertschätzung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den sozialen Berufen.
Die Entwicklung dieser Berufe, die Gewinnung von Berufsnachwuchs, der Erhalt von
Fachlichkeit und der hohen Motivation der Angehörigen dieser Berufe ist das Schwerpunkt-
thema der Liga in diesem Jahr. An der Aktion sind Dienste und Einrichtungen der Verbände
der Freien Wohlfahrtspflege beteiligt. Neben Vertretern aus den Staatsministerien, den
Krankenkassen und der Verwaltung werden sich auch Kommunalpolitiker und regionale Entscheidungsträger an der Aktion beteiligen.
Flyer zur Aktion
Prominente Perspektivwechsler in AWO-Einrichtungen:
Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange wird in der AWO
Sozial- station Dresden-Löbtau und der dazugehörigen AWO Begegnungsstätte helfen.
Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Martin Dulig, wird in der AWO Kita Boxdorf in Boxdorf/Gemeinde Moritzburg mitarbeiten.
Die Vorsitzende des Innenausschusses im Sächsischen Landtags und AWO Landes-
vorsitzende Margit Weihnert (SPD) wird dementiell erkrankte Menschen in ihrem
Wohnbereich im AWO Seniorenheim Schönau des KV AWO Stadt Leipzig betreuen helfen.
Der Referent für Schwerbehindertenrecht im Sächsischen Staatsministerium für Soziales
wird in den Pirnaer Werkstätten der AWO SONNENSTEIN gemeinnützige GmbH mitarbeiten.
Der Bundestagsabgeordnete Robert Hochbaum (CDU) und sein Landtagskollege Jürgen
Petzold werden in einem Pflegeheim des AWO Kreisverbands Auerbach schon am 27.6. die
Perpektive wechseln.
Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Simone Raatz wird in
Einrichtungen der Altehilfe und beim "Essen auf Rädern" des AWO Kresiverbands
Freiberg anpacken.