Acht Delegierte der AWO Sachsen vertraten den Landesverband in Berlin: Neben der Landesvorsitzenden Margit Weihnert und dem Landesgeschäftsführer Karl-Heinz Petersen, hielten Juliane Kölz, Dr. Ulrich Markert, Thomas Pallutt, Dr. Johannes Richter, Dr. Thomas Schuler und Katrin Thiel das sächsische AWO-Banner aufrecht. Ein spannendes und verantwortungsvolles Wochenende. Das sächsische Mitglied des Bundesvorstands, Dr. Frank Helzig, beendete seine Vorstandstätigkeit auf der Bundeskonferenz und wurde mit großem Dank für seine Verdienste verabschiedet.


Neben der Wahl eines neuen Vorstands, Satzungsfragen und den Grußworten von Franz Müntefering, Gesine Schwan und Olaf Scholz stand die inhaltliche Beratung der AWO-Delegierten im Mittelpunkt der aller vier Jahre stattfindenden Versammlung:
In einem einstimmig beschlossenen Antrag hat die 30ste AWO Bundeskonferenz in Berlin zur Bekämpfung der Kinderarmut aufgefordert und dazu einen konkreten Maßnahmenkatalog vorgelegt. Wörtlich heißt es in diesem Papier u.a.:
"Das Thema (Kinder-)Armut beschäftigt die Arbeiterwohlfahrt seit ihrer Gründung 1919 und ist bis heute ihr originäres Thema im Bereich der Kinder- und Jugendpolitik.
1997 hat die AWO das Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) in Frankfurt a.M. mit der Durchführung der ersten und bisher einzigen Längsschnittstudie zu diesem Thema beauftragt. Die Ergebnisse belegen, dass Armut immer zuerst Einkommensarmut bedeutet. Insbesondere lang anhaltende Einkommensarmut führt in der Folge zu massiven negativen Auswirkungen auf die Lebenslagen von Kindern. Die AWO/ISS-Kinderarmutsstudie weist nach: Wirkungsvolle Armutsprävention muss sowohl beim Ausbau der Infrastruktur wie auch bei der Verteilung von materiellen Leistungen ansetzen.
Für uns ist klar: Kinder und Familien brauchen beides – genügend Geld und eine qualitativ und quantitativ hochwertige Infrastruktur.
Kostenfreie Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsangebote für alle Kinder von Geburt an ist zwingende Voraussetzung für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem.
Die Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung haben nachgewiesen, dass die direkten Transferleistungen die Armutsquote von Kindern und deren Familien senken. Erforderlich sind bessere monetäre Leistungen als sie der heutige Regelsatz bietet.
Zur Finanzierung von zielgerichteten monetären Leistungen für Kinder können u.a. rein ehebezogene Leistungen herangezogen werden. So soll das Einkommen von Ehepartnern grundsätzlich individuell besteuert werden, so wie es für Menschen in allen anderen Lebensformen gilt.
Die bestehende Unterhaltspflicht in Ehen wird durch einen übertragbaren Grundfreibetrag gesichert. Durch diese Reform werden ca. 18 Milliarden Euro frei. Dieses Geld sollte gezielt dafür eingesetzt werden, um die Lebenssituation von Kindern und Familien z.B. durch eine Kindergrundsicherung zu verbessern."
10-Punkte-Programm zur Armutsbekämpfung(Pressedienst der AWO NRW)
Dokumentation der Bundeskonferenz
Beschlüsse der Verbands- und Fachpolitik auf der Bundeskonferenz 2008
Wer die Antwort des Bundesarbeitsministers Olaf Scholz auf die Frage "Was hält die Gesellschaft zusammen?" entziffern kann, erhält eine Tafel Vollmilchschokolade. Antwort per Mail an ines.vogel@awo-in-sachsen.de oder telefonisch unter: 0351 2804853.

Alle Fotos von www.whdgz.de , der Internetseite der AWO-Bundeskampagne "Was hält die Gesellschaft zusammen?".
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