AWO unterstützt die Forderungen der Liga zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Sachsens Kitas - Schulterschluss der Wohlfahrtsverbände mit Eltern und Gewerkschaft
Aktion "Mehr als 99 Luftballons" demonstriert Einigkeit für bessere Kitas in Sachsen
(Dresden, 2.6.2009) Landesweit stiegen am 2. Juni bunte Luftballons in den Himmel. Organisiert von den Elternvertretern der drei großen Städte demonstrierten so Punkt 11 Uhr viele Kitas ihre Forderung nach besseren Rahmenbedingungen in der frühkindlichen Bildung.
Sie sind damit nicht allein: Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege (Liga) präsentierten einen weitreichenden Forderungskatalog an die Landespolitik und kündigten eine Kampagne für diesen während des Landtagswahlkampfes an. Für mehr Zeit der Erzieherinnen und Erzieher sei ein verbesserter Personalschlüssel ebenso nötig wie die Anerkennung der Vor- und Nachbereitung als Arbeitszeit, ein dichteres Netz der Fachberatung und eine Freistellung für Leitungsaufgaben in der Kita. Die Wohlfahrtsverbände berufen sich bei ihren Forderungen auf Studien von PädQUIS sowie der Bertelsmann-Stiftung und schlagen eine schrittweise Umsetzung innerhalb der nächsten sieben Jahre vor.
André Schneider, Fachausschussvorsitzender der Liga, betont mit Blick auf die Finanzierbarkeit der Forderungen: "Im Ländervergleich der Ausgaben pro Kind liegt Sachsen nur auf Platz 11. Da ist also noch Luft nach oben. Die Wohlfahrtsverbände weisen seit Jahren darauf hin, dass neue Anforderungen auch bessere Rahmenbedingungen brauchen."
Leif Wetzel-Dresch verweist auf die Vertröstungen der Eltern bei weiter steigendem Leidensdruck, dass ihre Sprösslinge nicht die Zeit und Aufmerksamkeit bekämen, die sie bräuchten. Der zweifache Vater und Vorsitzende des Chemnitzer Stadtelternrates wünscht sich, dass die Zeit der Appelle vorbei sei und fragt: "Was wird es uns kosten, wenn wir nicht investieren?"
GEW-Vertreterin Marion Balzk, selbst Erzieherin, kritisiert, dass trotz der gestiegenen Anforderungen mit dem sächsischen Bildungsplan das Bild der Erzieherin als "Basteltante" weiter gepflegt werde und damit der Beruf systematisch unterschätzt würde. Die Forderung nach einem verbesserten Personalschlüssel sei deshalb auch im Sinne des angestrebten Gesundheitstarifvertrags wichtig.
Kontakt für diese Thematik:
Ines Vogel (0173 5977236)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Liga der Wohlfahrtsverbände
Ines Becker (0160 7803439)
Stadtelternbeirat Dresden
Präsentation zum Liga-Fachtag "Was Weltentdecker brauchen" am 19. Juni im Dresdner Hygienmuseum.
Foto (Andreas Schuppert) von der Luftballonaktion in der Kita "Senfkorn" Dresden-Neustadt hier im Download.
Das Positionspapier "Weil Kinder Zeit brauchen – für einen besseren Betreuungsschlüssel in Sachsens Kitas" kann ebenfalls hier heruntergeladen werden.
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