Altern, Alter und Pflege

In den Leitsätzen der Arbeiterwohlfahrt heißt es u.a.:

„Wir unterstützen Menschen, ihr Leben eigenständig und verantwortlich zu gestalten und fördern alternative Lebenskonzepte. (…) Wir praktizieren Solidarität und stärken die Verantwortung der Menschen für die Gemeinschaft.“

In einer Zeit, die von tiefen demografischen Veränderungen geprägt ist und in der immer mehr Menschen immer älter werden, gilt es, diese Leitlinien und ihre Umsetzung vor allem auch auf den Teil der Bevölkerung zu beziehen, der nicht nur immer größer wird, sondern auch am schnellsten wächst. Das sind diejenigen in unserer Gesellschaft, die 65 Jahre und älter geworden sind bzw. es in absehbarer Zeit werden.

 

Altern und Alter

Altern ist ein Prozess, dem jedes Leben unterliegt. Dennoch verlaufen Alterungsprozesse so verschieden wie Lebensläufe der Menschen. Altern ist demnach höchst individuell. Dabei ist jedes Alter von mehr oder minder prägenden Lebenslagen gekennzeichnet. Für die Menschen der älter gewordenen und alten Generation ist z.B. das hinter ihnen liegende Berufs- und Arbeitsleben kennzeichnend. Der als solches bezeichnete „Ruhestand“ bezieht sich dabei – mehr oder weniger – auf die Erwerbstätigkeit. Heute ist es aber nicht mehr zeitgemäß, von „dem Alter“ zu sprechen, weil die Gruppe der Menschen im höheren und hohen Alter keine homogene ist. Altersspannen von 25 und mehr Jahren in diesen Lebensphasen sind keine Seltenheit. Im fachlichen wie im umgangssprachlichen Gebrauch ist die Rede vom dritten und vom vierten Lebensalter.

Angebote für Senioren

Die Arbeiterwohlfahrt hält für Seniorinnen und Senioren jeden Alters zahlreiche verschiedene Angebote bereit. Diese Angebote sind durch die Interessen und Bedarfsbeschreibungen der Nutzerinnen und Nutzer geprägt und nicht an bestimmte Altersgruppen gebunden.

Beispiele, in welchen Bereichen auf die Angebote der Arbeiterwohlfahrt zurückgegriffen werden kann, findet sich unter AWO-Angebote Pflege, Seniorenbetreuung, Selbsthilfe.

 

Pflege

Das Risiko, pflegebedürftig zu werden, steigt mit zunehmenden Alter. Ein Beleg dafür findet sich in der wachsenden Zahl pflegebedürftiger Menschen, aber auch in der Tatsache, dass über 80% der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger der gesetzlichen Pflegeversicherung 60 Jahre und älter sind. Dies darf jedoch nicht zu einer Stigmatisierung in dem Sinne führen, dass Altern und Alter auf Krankheit und Hilfebedarf reduziert wird. Dies führt zur Entwicklung negativer Bilder des Alters, denen sich die Arbeiterwohlfahrt nicht anschließen will. Vielmehr möchte die AWO dafür Sorge tragen, dass „Wandel durch Altern“ als Prozess des Lebens verstanden wird, der – ähnlich wie in früher Kindheit – einer sorgenden Begleitung bedarf.

Auch Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf müssen sich darauf verlassen können, dass sie bei einer eigenständigen und selbstverantworteten Lebensführung die notwendige Unterstützung erhalten. Praktizierte Solidarität heißt für die Arbeiterwohlfahrt in diesem Zusammenhang, Strukturen der Ermöglichung aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Das heißt konkret, dass es unter anderen ermöglicht werden soll, in der vertrauten Umgebung zu wohnen und trotz Unterstützungs- und Pflegebedarf ein eigenständiges Leben zu führen. Beispiele dafür, wie die Stärkung gegenseitiger Verantwortung für die Gemeinschaft konkret aussehen und wahrgenommen werden kann, finden sich etwa in der Quartiers- und Generationengenossenschaft Wurzener Land eG, deren Initiator die Arbeiterwohlfahrt gewesen ist.

Bei Fragen wenden Sie sich an:
Klaus-Peter Buchmann
Innovation & Altenhilfe
Telefon 0351 84704-528
Fax: 0351 84704-540

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