20.September 2017

Erste Gespräche für mehr Toleranz und Gleichstellung

Beginn einer neuen Kooperation mit dem Gaystammtisch Dresden 50 plus/minus

Erste Gespräche zwischen dem Arbeiterwohlfahrt Landesverband Sachsen e.V. (AWO) und Vertretern des Gaystammtisches Dresden 50 plus/minus sind der Beginn einer neuen Kooperation.

Vertreter des Gaystammtisches Dresden 50 plus/minus,  eine selbständige Gruppe unter dem Dach von Gerede e.V. und Vertreter der AWO haben am 13. September 2017 erstmals gemeinsam über Situationen des Alterns homosexueller Menschen beraten. Dabei wurden vor allem Erwartungen, aber auch Befürchtungen bei der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung diskutiert. Im Ergebnis wurde übereinstimmend festgestellt, dass es auch im Rahmen von Begleitungen bei Pflegebedürftigkeit darum gehen muss, jeder Form der Stigmatisierung, Etikettierung und/oder Diskriminierung entgegenzutreten. Dazu bedarf es einer Sensibilisierung pflegender Mitarbeitender in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, die auch bei der AWO so bisher nicht im Blick gewesen ist. Insbesondere dort, wo Homosexualität nicht mehr versteckt, sondern offen gelebt wird – was für sich genommen bereits einen Fortschritt darstellt – werden Pflegeeinrichtungen vor neuen Herausforderungen stehen, was in gleicher Weise z.B. auch für Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen gelten dürfte. Hier gilt es, Mitarbeitende für die Akzeptanz nicht heterosexueller Lebenspraktiken zu sensibilisieren. Ziel muss es sein, dass auch ältere Menschen ihre sexuelle Identität selbstbestimmt und ohne Ängste zeigen und ausleben können. Vereinbart wurde die weitere fachliche Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung. Themen, die im Zusammenhang alternder Menschen mit anderen sexuellen Lebensentwürfen und Orientierungen stehen, sollen gemeinsam bearbeitet und in die Öffentlichkeit getragen werden.

Über sexuelle Orientierung – noch dazu die eigene – zu sprechen, gehört für viele Menschen nicht zu den Themen des Alltages. Zumal, wenn es um andere als heterosexuelle Selbstidentifikationen geht. Die Diskriminierung geschlechtlicher Andersartigkeit lesbischer, schwuler und/oder bisexueller sowie trans- und intersexueller Menschen ist noch immer nicht Vergangenheit. Zwar ist inzwischen Vieles bewegt, was die Akzeptanz anderer als binärer sexueller Identifizierung (in unserer Gesellschaft anerkanntes Zweiersystem aus den zwei Geschlechtern weiblich und männlich) betrifft. So wird z. B. das Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts im Oktober dieses Jahres in Kraft treten. Dennoch sind nicht binäre sexuelle Lebensweisen in der Gesellschaft noch nicht als normale Lebensformen angekommen bzw. akzeptiert.

Dresden 50 plus/minus unter dem Dach von Gerede e.V. ist in der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren e.V. (BISS) organisiert und engagiert.

Mehr Infos unter: www.gaystammtisch50plusminus.de