23.Mai 2018

Für ein gewaltfreies Miteinander in der stationären Pflege

Gemeinsames Projekt der AWO Sachsen und KNAPPSCHAFT gestartet

Der AWO Landesverband Sachsen und die Kranken- und Pflegekasse KNAPPSCHAFT unterzeichneten diesen Monat die Projektvereinbarung zur Durchführung eines Projektes im Rahmen des Gesetzes zur Gesundheitsförderung und Prävention. Ziel ist die Entwicklung einer gewaltsensiblen und gewaltvermeidenden Unternehmenskultur in stationären Pflegeeinrichtungen.

Vertragsunterzeichung
Der AWO Landesgeschäftsführer David Eckardt und Thorsten Zöfeld, Leiter der Knappschaft in der Regionaldirektion Chemnitz, bei der Vertragsunterzeichnung

Dabei werden die Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtungen, deren Angehörige sowie die Mitarbeitenden direkt in die Untersuchung einbezogen. Die Schirmherrschaft des Projektes übernimmt Regina Kraushaar, Staatssekretärin im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz.

„AWO und Knappschaft greifen mit dem Projekt ein Thema von großer Relevanz auf, das in unserer Gesellschaft noch immer mit einem Tabu behaftet ist“ erklärt Staatssekretärin Regina Kraushaar dazu. „Dabei bedürfen gerade pflegebedürftige Menschen unserer besonderen Achtsamkeit. Gewalt gegen Pflegebedürftige zu verhindern geht uns alle an. Umso mehr freut es mich, dass Sie mit diesem Projekt das Thema transparent machen und Verbesserungen sowohl für die Pflegebedürftigen als auch die Beschäftigten in den stationären Einrichtungen erreichen wollen.“

„Das Problem von Gewalt gegenüber Pflegebedürftigen und Pflegenden ist nicht AWO spezifisch – aber als Wohlfahrtsverband wollen wir das Thema offensiv angehen“,  erklärt AWO Landesgeschäftsführer David Eckardt. „Problemfelder sollen klar identifiziert und unseren Einrichtungen sinnvolle Strategien für ein deeskalierendes Reagieren an die Hand gegeben werden, um schon im Vorfeld Gewaltpotenzial zu erkennen und richtig damit umzugehen.“

 Das Projekt ist das dritte in einer Reihe von Untersuchungen der AWO Sachsen, die das Thema Gewalt in Pflegebeziehungen in den Fokus gestellt haben. In den ersten beiden Untersuchungen standen ambulante Pflegedienste und stationäre Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung im Vordergrund. Die AWO führt damit konsequent ihre präventive Strategie zur Enttabuisierung von Gewalt in Pflegebeziehungen und der Etablierung einer gewaltvermeidenden Unternehmenskultur weiter.

Im ersten Teil der von Juli 2018 bis Juni 2020 geplanten Untersuchung werden Befragungen der Mitarbeitenden in ausgewählten Einrichtungen vorgenommen, um mögliche Gewalterfahrungen zu identifizieren. In qualitativen Interviews mit Einrichtungsleitungen, Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Angehörigen werden diese Ergebnisse vertieft und im Anschluss ausgewertet. Auf dieser Grundlage werden in einem dritten Teil Präventionsstrategien und Handlungsempfehlungen zur Gewaltvermeidung in den Einrichtungen entwickelt. Deren Wirksamkeit wird nach einem gewissen Zeitraum der Umsetzung evaluiert.

Zur AWO Pressemitteilung

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