14.März 2019

Offizielle Ausstellungseröffnung in Dresden

„Schau mich an – Gesicht einer Flucht“

Vom 11. bis 24. März läuft die Ausstellung zu Flucht und Vertreibung im Foyer des AWO Senioren- und Pflegeheims  „Albert Schweitzer“. Der AWO Landesverband hat die Wanderausstellung des Asylkreis Haltern am See im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus nach Dresden geholt, die Organisation lag dabei maßgeblich in den Händen des Projekts Interkulturelle Öffnung beim Landesverband.

Ausstellung Gesicht einer Flucht
Ausstellungseröffnung am 13. März

Die Resonanz bei der offiziellen Ausstellungseröffnung gestern Nachmittag war erfreulich hoch. Zahlreiche Heimbewohner, AWO Freunde, Kolleginnen aus den Migrationsberatungsstellen und Familien mit und ohne Migrationshintergrund fanden sich im Foyer des Pflegeheims ein und lauschten zunächst den Klängen der lateinamerikanischen Band Caribe, die internationales Flair in unser Pflegeheim brachte. Zahlreiche Besucher*innen sah man mit den Füßen wippen oder sogar die Hüften schwingen.

Anschließend eröffnete René Vits, stellvertretender Vorsitzender der AWO Sachsen und Vorsitzender des Dresdner Kreisverbands, im Namen der AWO Sachsen die Ausstellung und bedankte sich zunächst beim Kollegium aus dem Projekt Interkulturelle Öffnung für die Organisation. Vor allem aber dankte er den geflüchteten Menschen, die ihre Geschichte für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben  und uns mit ihren Portraits vor Augen führen, dass es immer um Menschen und ihre Schicksale geht, wenn wir über Flucht und Vertreibung und deren Ursachen sprechen. Er hoffe, dass im Ausstellungszeitraum viele Menschen für eine kurze Weile innehalten und sich mit den Geschichten auseinandersetzen. Der AWO war es ein Anliegen,  die Schicksale der geflüchteten Menschen an einem Ort  zu präsentieren, an dem viele Menschen täglich ein und ausgehen, um so auch Personen zu erreichen, die sich vielleicht im Normalfall nicht mit den Schicksalen der geflüchteten Menschen beschäftigen würden.

Amanda Ghazouani vom Projekt Interkulturelle Öffnung, zeigte in ihrem Vortrag „Heimat, Identität und Migration“ eindrucksvoll, dass Flucht und Vertreibung urmenschliche Themen sind, welche unsere Geschichte von jeher prägen. Auch das ist ein zentrales Anliegen der Ausstellung: In dem eben nicht nur Menschen aus aktuellen Fluchtsituationen, sondern auch aus dem großen Fluchtstrom im und nach dem 2. Weltkrieg und die Flüchtlinge aus der DDR betrachtet werden, wird noch einmal deutlich, dass dieses Thema unser Leben schon immer geprägt hat. Amanda führte uns auch vor Augen, dass mit den Änderungen z.B. im Klimawandel auch in Zukunft mit weiteren Flüchtlingsströmen zu rechnen sein wird.

Im Vortrag wurde auch noch einmal eindrücklich erklärt, welche schweren Hürden die geflüchteten Menschen mit dem Verlust von Heimat und Familie, der großen Zukunftsunsicherheit und entstehender Konflikte der eigenen Identität mit einer Flucht oftmals zu nehmen hätten.  Der Vortrag half sehr gut, die Geschichten der geflüchteten Menschen auch in einen größeren Kontext einzuordnen. Während die Gäste sich die Ausstellung in aller Ruhe anschauen konnten,  gab es weiter karibische Live-Musik und wunderbare internationale Häppchen des Cafés Halva.

Lange blieben die Gäste vor den einzelnen Roll ups stehen, um die Porträts der mutigen Menschen zu studieren. Es sind Geschichten, die unter die Haut gehen und uns noch einmal ganz bewusst machen: Wir haben großes Glück, wenn wir in unserer  Heimat, bei unseren Familien und Freunden, leben dürfen. Und dass  Solidarität, Warmherzigkeit und Hilfsbereitschaft unsere Reaktion für die Menschen sein muss, die dieses Glück nicht haben.

 Die Ausstellung ist noch bis zum 24. März im AWO Senioren- und Pflegeheim "Albert Schweitzer", Georg-Palitzsch-Straße 10, 01239 Dresden zu sehen.

 Hier geht es zur Bildergalerie der Ausstellungseröffnung.

 

 

 

 

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