Hilfen für Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz

Personen mit einer erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz werden durch das Pflegeversicherungsgesetz definiert, um die betreffenden Menschen mit umfangreichen, teilweise zusätzlichen, Leistungen zu unterstützen. Nach § 45a SGB XI sind in ihrer Alltagskompetenz Menschen dann eingeschränkt, wenn sich die Folgen einer Erkrankung und/oder Behinderung auf die Aktivitäten des täglichen Lebens dauerhaft auswirken und deswegen ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung besteht. Dies gilt auch, wenn erhebliche Pflegebedürftigkeit im Rahmen einer Begutachtung (noch) nicht festgestellt worden ist (sogenannte „Pflegestufe 0“).

Das Ausmaß erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz wird anhand der mit § 45a Absatz 2 SGB XI genannten 13 Kriterien geprüft (z.B.: werden gefährliche Situationen erkannt und/oder verursacht, aggressives Verhalten, Umkehrung/Störung des Tag- Nacht- Rhythmus, Unfähigkeit der einer selbständigen Tagesplanung/Strukturierung). Bei Vorliegen der Voraussetzungen können zusätzliche Betreuungsangebote als Sachleistungen, im Umfang von 100 bzw. 200 Euro in Anspruch genommen werden. Dadurch entstehende Kosten werden durch die Pflegekasse erstattet.

Als zusätzliche Betreuungsangebote kommen in Betracht:

 

  • Tages-/Nacht-/Kurzzeitpflege
  • zusätzliche Angebote von Pflegediensten, die nicht bereits Bestandteil eines Pflege-/ Betreuungsvertrages sind
  • niedrigschwellige Betreuungsangebote

 

Neben Geld- und Sachleistungen, die das Pflegeversicherungsgesetz für Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz zur Verfügung stellt, bestehen zusätzliche Hilfe- und Betreuungsangebote, die durch den Freistaat Sachsen im Rahmen niedrigschwelliger Betreuungsangebote gefördert werden. Dazu gehören z.B. niedrigschwellige Betreuungsangebote durch Helferinnen und Helfer zur stundenweisen Entlastung pflegender Angehöriger im Haushalt, Angebote wie Betreuungsgruppen für Menschen mit demenzbedingten Einschränkungen, geistiger Behinderung und/oder psychischer Erkrankungen, Tagesbetreuungen einzeln oder in Gruppen durch Helferinnen bzw. Helfer.

Davon abzugrenzen – aber als eine weitere Form der Unterstützung zu verstehen – sind Helferinnen und Helfer als Alltagsbegleiter für Senioren. Dies sind Menschen, die sich selbst im (Vor)Ruhestand befinden und es sich zur Aufgabe machen, ältere Menschen in ihrem Haushalt zu unterstützen. Dabei kann es etwa um die Übernahme von Einkäufen gehen, kleinere Hilfen im Haushalt oder die Begleitung bei Spaziergängen. Bzgl. der Begleiteten besteht die Besonderheit, dass diese nicht pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes sein dürfen, demnach also keine Leistungen aus Mitteln der Pflegeversicherung beziehen.

Sprechen Sie die Dienste und Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt an, wenn Sie die Vermittlung einer Helferin bzw. eines Helfers wünschen.

Bei Fragen wenden Sie sich an:
Klaus-Peter Buchmann
Innovation & Altenhilfe
Telefon 0351 84704-528
Fax: 0351 84704-540

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