Kurzzeit- und Verhinderungspflege

Das Pflegeversicherungsgesetz definiert die Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von Kurzzeitpflege im § 42 SGB XI. Danach besteht Anspruch auf Pflege in einer stationären Pflegeeinrichtung, wenn die „Pflege zu Hause nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht“ werden kann und auch die Pflege/Betreuung in einer Tages-/Nachtpflegeeinrichtung nicht ausreichend ist. Dies kann beispielsweise im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung der Fall sein oder in anderen Krisensituationen, die eine Versorgung zu Hause vorübergehend unmöglich machen.

Auf das Angebot der Kurzzeitpflege kann zurückgegriffen werden, wenn z.B. pflegende Angehörige erkranken oder sich selbst erholen müssen.

Nehmen pflegende Angehörige Leistungen der medizinischen Rehabilitation in Anspruch, kann die Kurzzeitpflege in der gleichen Einrichtung stattfinden. Dies setzt jedoch voraus, dass die Rehabilitationseinrichtung diese Leistung anbietet.

Bei Vorliegen der Voraussetzungen übernimmt die Pflegekasse die Kosten für die pflegebedingten Aufwendungen, ggf. notwendige medizinische Behandlungspflege sowie Aufwendungen für die soziale Betreuung in einer Pflegeeinrichtung für bis zu vier Wochen je Kalenderjahr, maximal bis zu einem Höchstbetrag von derzeit 1.550,00 Euro.

Diese Leistungen werden – vorbehaltlich des Beschlusses eines fünften SGB XI-Änderungsgesetzes – mit Wirkung ab dem 1. Januar 2015 angehoben. Danach können dann Kosten bis zu einem Gesamtbetrag in Höhe von 1.612,00 Euro übernommen werden. Die Dauer der Inanspruchnahme kann, durch Kombination mit Leistungen der Verhinderungspflege (§39 SGB XI), ab dem genannten Zeitpunkt um weitere vier Wochen verlängert werden, wenn Verhinderungspflege im gleichen Kalenderjahr noch nicht in Anspruch genommen wurde. In diesen Fällen übernimmt die Pflegekasse Leistungen bis zu einem Gesamtbetrag in Höhe von 3.224,00 Euro.

Risiko mit all den Zahlen hier: sie müssen ständig aktualisiert werden… Schaffen wir das?

Die Pflegekasse übernimmt, unabhängig von der Kurzzeitpflege, die Kosten für eine entsprechende Ersatzpflege für weitere vier Wochen je Kalenderjahr im Rahmen der Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI. Voraussetzung dafür ist, dass mindestens erhebliche Pflegebedürftigkeit vorliegt und die Pflegeperson den pflegebedürftigen Menschen vor der erstmaligen Verhinderung mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Auch hier gilt die Höchstgrenze der von der Pflegekasse zu übernehmenden Kosten von derzeit bis zu 1.550,00 Euro je Kalenderjahr.

Vorbehaltlich des oben genannten, noch zu beschließenden Gesetzes, kann die Verhinderungspflege ab dem 1. Januar 2015 auf bis zu sechs Wochen (42 Tage) je Kalenderjahr ausgeweitet werden. Zudem wird es dann möglich, bei Inanspruchnahme der Verhinderungspflege in einer stationären Pflegeeinrichtung, bis zur Hälfte des Betrages der Kurzzeitpflege für die Verhinderungspflege mit einzusetzen. Der Höchstbetrag, für den entsprechende Leistungen in Anspruch genommen werden können, steigt dann auf 2.418,00 Euro (1.612 € + 806 €)

Bei Fragen wenden Sie sich an:
Klaus-Peter Buchmann
Innovation & Altenhilfe
Telefon 0351 84704-528
Fax: 0351 84704-540

Weiterführende Links