Das überflutete Grimma lehrt uns, was Solidarität wert ist"
AWO Landesausschuss tagt Grimma zu Fragen des Ehrenamts

 

(Grimma) Der Landesausschuss der Arbeiterwohlfahrt - als das Vertretungsgremium der AWO-Kreisverbände und gemeinnützigen Gesellschaften - traf sich am Samstag, den 28. November, in den Grimmaer AWO Werkstätten. Im Fokus dieser turnusgemäßen Sitzung standen Fragen der Weiterentwicklung des Ehrenamts sowie die Sorgen um Kürzungen im Jugendhilfe- und Sozialbereich im Zuge der Steuerausfälle in den Kommunen.

berger Zuerst jedoch freute man sich in  Grimma über den vielköpfigen Besuch aus ganz Sachsen. In seinem Grußwort bedankte sich Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger für die gute Partnerschaft mit der AWO vor Ort und lobte insbesondere die Arbeit der AWO Werkstätten Sachsen West, die im Gewerbegebiet an der Hutbergstraße eine Werkstatt für behinderte Menschen betreiben. In dieser Werkstatt finden rund 200 Menschen Arbeit und Förderung. "Sie gehen jeden Abend mit Stolz nach Hause. Das ist großartig", so Berger.

Die AWO-Vertreter einigten sich am Samstag auf ein integriertes Konzept zur Gewinnung und Bindung von Ehrenamtlichen in den Einrichtungen und im Verband. In den künftigen Modellregionen Nordsachsen und Chemnitz wird die AWO flexible, projektbezogene Angebote zum ehrenamtlichen Engagement entwickeln und später ausweiten. Landesweit soll im nächsten Jahr eine internatbasierte "Ehrenamtsbörse" entstehen. Die Umsetzung ist auf mehrere Jahre angelegt. Die AWO in Sachsen in der erste AWO Landesverband, der eine flächendeckende Konzeption erarbeitet hat.

margitMargit Weihnert, AWO Landesvorsitzende: "Wir müssen den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen Rechnung tragen: Viele Menschen sind bereit sich zu engagieren, brauchen aber passgenaue Angebote und zeitliche Flexibilität. Genauso wichtig wird es sein, neben der professionellen Dienstleistung unsere Kultur der Ehrenamtlichkeit weiterzuentwickeln. Die Ehrenamtlichen vor Ort sollen dabei immer spüren, dass sie Mitglieder einer größeren AWO-Familie sind, die gemeinsame Werte einer gerechten und solidarischen Gesellschaft der Freien und Gleichen teilt."

Der AWO Landesausschuss hat sich außerdem mit Satzungs- und Budgetfragen befasst und eine Resolution verabschiedet, in der er sich für eine Stärkung der Kommunen ausspricht, damit diese Leistungen im Jugendhilfe- und Sozialbereich aufrechterhalten können. Auf Grund der krisenbedingten Steuerausfälle und der Steuersenkungspläne der neuen Bundesregierung werde der Spielraum für die Soziale Sicherung vor Ort immer kleiner. Die AWO Vorsitzende ist sich in dieser Frage mit dem Oberbürgermeister einig: "Grimma hat 2002 erlebt und gezeigt, was Solidarität wert ist. Wir dürfen sie gerade in Krisenzeiten nicht aufs Spiel setzen sondern müssen jetzt erst recht das Soziale sichern. Es gilt also, klug Prioritäten zu setzen."

 

In der Arbeiterwohlfahrt als einem der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege engagieren sich landesweit aktuell rund 7800 Mitarbeiter, 7000 Mitglieder und 1000 zusätzliche ehrenamtliche Mitarbeiter. Die AWO ist Träger von Einrichtungen und Diensten der ganzen Bandbreite der sozialen Arbeit von Kindertageseinrichtungen bis zu Pflegeheimen, von Beratungsstellen bis zum Fußball-Fanprojekt. Insgesamt betreut die AWO über 42 000 Menschen in Sachsen.

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