(Netzschkau) Der Landesausschuss der Arbeiterwohlfahrt - als das Vertretungsgremium der AWO-Kreisverbände - traf sich am Samstag, den 8. November, im Schulzentrum Netzschkau zu seiner turnusmäßigen Sitzung. Im Mittelpunkt standen die Beratung innerverbandlicher Fragen sowie die Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Haushaltsverhandlungen der sächsischen Regierungskoalition und die weitere Strategie des Landesverbandes gegen Rechtsextremismus.
Zuerst jedoch freute man sich im Vogtland über den vielköpfigen Besuch aus ganz Sachsen. In seinem morgendlichen Grußwort bedankte sich der gastgebenden Schulleiter der Netzschkauer Mittelschule und amtierende Bürgermeister, Jürgen Dillner, unter anderem für die gute Zusammenarbeit mit der AWO vor Ort, insbesondere mit dem hiesigen AWO Schullandheim "Schönsicht" und lud die Versammlung zur Besichtigung des vogtländer Wahrzeichens, der Göltzschtalbrücke, ein.

Die AWO Kreisverbände, die als Träger sozialer Einrichtungen oder Gesellschafter gemeinnütziger sozialer Unternehmen die realen Auswirkungen sächsischer Sozialpolitik in der täglichen Arbeit erleben, begrüßten das in Aussicht gestellte, kostenfreie Vorschuljahr ebenso, wie den Einstieg in die Lernmittelfreiheit an den sächsischen Schulen. "Hier sind die Schwerpunkte richtig gesetzt. Der Freistaat entlastet die Familien und stellt die Bedürfnisse von Kindern in den Mittelpunkt", kommentierte Margit Weihnert, AWO Landesvorsitzende, die Verhandlungsergebnisse der Koalition: "Die gestiegenen Zuschüsse für die Jugendarbeit vor Ort, die Aufstockungen für die Aufgaben der Suchtprävention und den Schutz vor häuslicher Gewalt werden unseren Einrichtungen in Zeiten steigender Kosten die Arbeit erleichtern und helfen so ganz konkret Menschen, die Aufmerksamkeit und Unterstützung brauchen." Und Weihnert lobte: "Dass es nun zusätzliche Mittel gibt, um Klassenfahrten abzusichern, entspricht unserem Ziel, Kinder vor Ausgrenzung zu schützen."
Auch wenn es in Haushaltsfragen zuallererst um nackte Zahlen geht: Den AWO-Vertretern ist das Signal, das von diesem Zahlenwerk ausgeht, genauso wichtig: Nachdem die Ergebnisse der letzten Jahre ein stetes und nur mehr oder weniger verhindertes Absinken der sozialen Förderung bedeuteten, werde nun der Standard gehalten und richtig kräftig in die Familienunterstützung investiert. "Diese Trendwende für Familien ist wichtig und muss gelingen", fordert Weihnert mit Blick auf die letzten parlamentarischen Schritte zum Haushaltsbeschluss und mahnt auch ein zügiges und verlässliches Verwaltungshandeln an: "Der schönste Haushalt nützt wenig, wenn sich unsere Kitas die Kostenerstattung für das Vorschuljahr dann mühsam im Verordnungsdschungel erkämpfen müssen."

Der AWO Landesausschuss beschloss zudem einstimmig, sich dem Aufruf "GehDenken" gegen den europaweiten rechtsextremen Aufmarsch am 14. Februar in Dresden anzuschließen. Die AWO wird ihre Mitglieder, Mitarbeiter und von ihr betreuten Menschen sachsenweit zur Gegendemonstration mobilisieren. "Das sind wir unserer Geschichte schuldig", so Weihnert mit Blick auf die Verfolgung der AWO in der Nazizeit: "Als Wohlfahrtsverband im Interesse der Schwächsten unserer Gesellschaft gilt für uns: Nie wieder und wehret den Anfängen!" Die AWO Sachsen ist damit der erste sächsische Wohlfahrtsverband der sich landesweit nach Dresden aufmacht.

Bevor sich die Teilnehmer wieder auf den Heimweg machten - nach der Vorstellung des gemeinsamen AWO Bildungsprogramms des AWO Bildungswerks Sachsen in Leipzig und der AWO Bildungsstätte Breitenbrunn, nach der Verabschiedung des Landesverbands-Budgets und breit diskutierten Satzungsfragen in Vorbereitung der Bundeskonferenz am 21.-23.11.2008 – wurden alle noch beschenkt: Mit je einer herzförmigen "AWO Pizza", die es seit September sachsenweit bei Kaufland, Plus und Netto zugunsten des AWO Kinderfonds zu kaufen gibt. Das Abschlussfoto beweist die gute Stimmung und den freudigen Pizza-Hunger der AWO-Aktiven.
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