(Dresden/Sachsen) Die AWO Sachsen begrüßt den gestern an Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt übergebenen Bericht des Beirats zur "Überarbeitung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs und des Begutachtungsverfahrens in der Pflege" als überfälligen und notwendigen Paradigmenwechsel in der Pflege.
Abschlussbericht zum neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff
"Fünf Bedarfsgrade statt drei Pflegestufen ermöglichen eine differenzierte Einschätzung und passgenauere Hilfen als vorher. Weg von der verrichtenden Pflege nach der Stoppuhr hin zur individuellen und präventiven Pflege, für die es eben Zeit geben muss. Das ist der richtige Weg", so Margit Weihnert, Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Sachsen: "Nun kommt es auf die Umsetzung an: Gerade in der Umstellungsphase wird die Belastung für die Pflegekräfte vermutlich höher sein. Aber auch Ihnen kommt die Änderung entgegen. Dass wir insgesamt mehr Personal brauchen und gut für seine Ausbildung und Bezahlung sorgen müssen ist klar."
Im Ausbildungsbereich sei auch das Land Sachsen gefordert, das vom demografischen Wandel und dem einhergehenden Fachkräftemangel deutlicher gezeichnet sei als andere und auch die Pflegekassen müssten den Paradigmenwechsel mit vollziehen. Dass da noch einiges Umdenken und Aufeinanderzugehen nötig sei, hätten die schwierigen Kassenverhandlungen zur Umsetzung des "kleinen Paradigmenwandels" bei § 87b SGB XI, der die zusätzlichen Leistungen für dementiell erkrankte Menschen regelt, gezeigt.
"Der Impuls für mehr Qualität in der Pflege darf nicht verpuffen. Wir sind daher sehr gespannt auf die Umsetzungsvorschläge des Beirats bis Ostern und wünschen uns einen schnellen und überlegten Gesetzgebungsprozess – den Betroffenen zuliebe", so Weihnert.
Die Arbeiterwohlfahrt als einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege betreibt in Sachsen das ganze Spektrum an Pflegeeinrichtungen - von mobilen Diensten, Einrichtungen der Tages- und Kurzzeitpflege, Seniorenwohnanlagen und Pflegewohnheimen bis zu Pflege-, Betreuungs- und Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung in allen Altersgruppen. Sie hat sich seit ihrer Wiedergründung nach der Wende in zu einem starken ehrenamtlichen Verband und professionellen Dienstleister mit rund 6900 Mitarbeitern, 7300 Mitgliedern und 1000 ehrenamtlichen Helfern entwickelt.
Weitere Informtionen: http://www.bmg.bund.de
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