Den Menschen im Blick behalten                                             

Aktion Perspektivwechsel der Liga in Sachsen

 

Für Wissenschafts-ministerin Eva-Maria Stange ist an diesem Nachmittag alles anders. Statt Akten zu lesen, zu telefonieren oder Sitzungen zu leiten deckt sie im Begegnungszentrum der Arbeiterwohlfahrt in Dresden den Kaffeetisch. 16 Senioren und Seniorinnen sind zu dem regelmäßig stattfindenden Treffen gekommen, um Geburtstag zu feiern. Frau Stange schneidet den Kuchen und verteilt ihn an die Gäste. Sie ist eine von 35 Vertretern aus Politik, Krankenkassen und Verwaltung, die sich am 2. Juli an der Aktion Perspektivwechsel beteiligt hat.

 

 

Organisiert wurde die Aktion von den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtpflege in Sachsen (Liga). Für einen Tag tauschten die Teilnehmer den Schreibtisch mit einem Pflegezimmer oder einer Kindergartengruppe und arbeiteten in einer sozialen Einrichtung - um die Blickrichtung zu ändern und um mit Menschen zusammenzutreffen, für die sie sonst wichtige Entscheidungen treffen. Für Eva-Maria Stange der entscheidende Grund mitzumachen. "Man bekommt die Situation in den Einrichtungen ganz anders mit, als man es sonst gewöhnt ist." Die Aktion Perspektivwechsel trage dazu bei, den Blick für die Menschen nicht zu verlieren.

 

"Ob im Kindergarten, im Hospiz, im Altenpflegeheim, im Krankenhaus, bei der Schuldnerberatung oder im Projekt für Langzeitarbeitslose: Soziale Arbeit ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält", erklärt der derzeitige Liga-Vorsitzende und Caritasdirektor für das Bistum Dresden-Meißen, Matthias Mitzscherlich. Sie erfordere neben all den hohen fachlichen Anforderungen auch Begegnung und Einfühlung. Soziale Arbeit ist eine komplexe Aufgabe mit einem hohen Stellenwert. Mitzscherlich: "Gewürdigt wird sie oft nur unzureichend. Die Aktion Perspektivwechsel hat dazu beigetragen, dass soziale Arbeit in dieser Gesellschaft wieder eine höhere Wertschätzung hat." Großes Interesse an der Aktion haben auch die sozialen Einrichtungen im Freistaat gezeigt, 120 Dienste und Einrichtungen hätten laut Mitzscherlich gern einen Gast in ihrem Hause gehabt. "Es waren durchaus noch freie Plätze vorhanden." Eva-Maria Stange wäre durchaus bereit, wieder in eine soziale Einrichtung zu gehen: "Eine wichtige Aktion", meint sie.

Die "Liga" ist der Zusammenschluss der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im Freistaat Sachsen, die durch unterschiedliche weltanschauliche und religiöse Motive oder Zielvorstellungen geprägt sind. Aufgabe der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege ist es, in verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Bereichen die Interessen der Schwachen und Benachteiligten in Anwaltsfunktion zu vertreten und wahrzunehmen. Zur Liga in Sachsen gehören die Arbeitwohlfahrt, die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz, das Diakonische Werk, der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.

Text, Foto und Kontakt für diese Aktion:

Andreas Schuppert
Tel.: (03 51) 49 83-738
E-Mail: presse@caritas-dicvdresden.de

 
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