07.Dezember 2017

Arbeitslose mit Behinderung suchen 377 Tage nach einem Job

Das Inklusionsbarometer Arbeit samt "10 guten Gründe Menschen mit Behinderung zu beschäftigen" wurde veröffentlicht.

In der aktuellen "meeting"-Ausgabe zum Thema "Inklusion - Miteinander wachsen, Vielfalt leben." haben wir bereits den Fakt herausgestellt, dass laut Studie der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) die Bevölkerung bisher kaum etwas zum Thema berufliche Inklusion in den Medien erfährt. Das soll sich jetzt ändern, denn die Aktion Mensch hat Ende November das Inklusionsbarometer Arbeit sowie eine Broschüre für Arbeitgeber "10 gute Gründe Menschen mit Behinderung zu beschäftigen" herausgebracht.

Foto: AWO Bundesverband e.V.

Das Inklusionsbarometer ist ein Instrument zur Messung von Fortschritten bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
Darin wird deutlich, dass durch den stärkeren Fokus auf die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen durch Politik und weitere Interessensvertreter Bewegung in die Thematik gerät. Die Inklusion am Arbeitsmarkt macht laut dem Inklusionsbarometer weiter Fortschritte. Die Zahl der Arbeitslosen mit Behinderung sei auf rund 170.508 (Vorjahr: 178.809) gesunken. Ihre Arbeitslosenquote habe sich ebenfalls verbessert, auf einen Wert von 12,4 (13,4) Prozent. Erstmals seit Erhebung der Studie der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institute (HRI) vor fünf Jahren wird der Unterschied zur Quote von Menschen ohne Beeinträchtigung (6,1 Prozent) kleiner. "Mit einer Verzögerung kommt der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt damit auch bei den Menschen mit Handicap an", so Prof. Bert Rürup, Präsident des HRI. "Durch eine gute Konjunktur ist die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften anhaltend hoch. Deshalb profitieren endlich auch Fachkräfte mit Behinderung von einem stabilen ersten Arbeitsmarkt." Vor fünf Jahren seien noch 176.040 behinderte Menschen arbeitslos gewesen, die Quote lag bei 14,1 Prozent. Bei Menschen ohne Einschränkung lag sie im Vergleichszeitraum bei 7,1 Prozent.

Aber dennoch braucht es Geduld: Laut Inklusionsbarometer suchen Schwerbehinderte ohne Job 109 (2016: 101) Tage länger als Nicht-Behinderte nach einer neuen Beschäftigung. Erstere benötigen im Durchschnitt mehr als ein Jahr (377 Tage), um eine neue Stelle zu finden.

Zudem wurde dieses Jahr eine Sonderbefragung unter 200 Auszubildenden mit Behinderung durchgeführt, die eine Ausbildung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt absolvieren. Menschen das Magazin TV wird in diesem Zusammenhang am 9.12. einen Bericht über eine Auszubildende mit Behinderung zeigen.

Beide Publikationen sind hier zu finden: www.aktion-mensch.de/inklusionsbarometer .

Die aktuelle Ausgabe der meeting zum Thema "Inklusion - Miteinander wachsen, Vielfalt leben." lesen Sie hier: http://www.awo-sachsen.de/de/meeting.html

Bei Fragen wenden Sie sich an:
Ulrike Novy
Pressesprecherin I Öffentlichkeitsarbeit
Telefon 0351 84704-529

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