15.Mai 2020

"Frau Vogel, ich habe Sie lieb!"

Erlebnisberichte von unseren Freiwilligen

Manuela Vogel leistet einen Freiwilligendienst im AWO Wohnheim Höfgen, ein Wohn- und Hilfsangebot für erwachsene Menschen mit geistiger oder Mehrfachbehinderung. Was sie dabei alles erlebt und wie sie ihre Arbeit einschätzt, schildert sie Euch in einem abwechslungsreichen Erlebnisbericht. Fazit: Sie arbeitet in einer ganz besonderen Einsatzstelle!

Unsere Freiwillige bei der Arbeit

Steckbrief der Einsatzstelle Wohnheim Höfgen von Manuela Vogel

Wo bzw. in welcher Gegend befindet sich Deine Einsatzstelle? Wie gelangt man dorthin?

Meine Einsatzstelle ist eine Wohnstätte für Menschen mit geistigen und körperlichen Handicaps. Die Einrichtung befindet sich in Höfgen, dem „Dorf der Sinne“ in der Nähe von Grimma bzw. südöstlich von Leipzig. Im Umfeld der Einrichtung befinden sich zwei Museen und zwei gastronomische Betriebe. Außerdem lädt die Umgebung zum Radfahren und Wandern ein. Die Einrichtung erreicht man am besten von Leipzig aus mit dem Auto über die Autobahn oder die Landstraße. Es sind ca. 35 km Strecke bzw. 25 bis 30 Minuten Fahrzeit. Von Grimma aus sind es ca. 5 bis 8 km und 10 bis 12 Minuten Fahrzeit.  

Der Alltag Einsatzstelle: Was für Tätigkeiten übst Du täglich aus? Was macht Dir mehr oder weniger Spaß?

In der Einrichtung bin ich je nach Personalsituation in allen Bereichen (FBB, Wohngruppe 4-7, Wohnpflege 1-3) tätig. Bei meinen Tätigkeiten gibt es einen geringen Unterschied zwischen Früh- und Spätdiensten. Aber im Großen und Ganzen habe ich folgende Tätigkeiten.            

  • Die Bewohner*innen bei der Grundpflege unterstützen und anleiten.
  • Die Nahrungsaufnahme der Bewohner*innen begleiten und unterstützen.
  • Die Bewohner*innen in ihrer Freizeitgestaltung unterstützen und begleiten.
  • Hauswirtschaftliche Tätigkeiten (Mahlzeiten vor- und nachbereiten, kleine Reinigungsarbeiten, wie z.B. Blumen gießen und oder Betten machen.        

Es gibt meiner Meinung nach keine Tätigkeiten, die mir nicht gefallen, da ich mir sage, jede Sache hat ihren Sinn und muss erledigt werden. Der Alltag der Bewohner*innen ist klar durchstrukturiert und folgt immer einem Muster. Die Mitarbeiter*innen bemühen sich, jedem/r Bewohner*in gerecht zu werden und ihnen den Alltag schön zu machen.                                                                              

Welche Begegnungen mit anderen Menschen haben Dich bereichert?

Bis jetzt habe ich durch viele Begegnungen mit Menschen mit Handicaps gelernt, dass man trotz einer verzwickten Situation das Beste daraus machen kann. Außerdem bin ich beeindruckt davon, dass die Menschen neue Situationen oder neue Betreuer*innen so gut aufnehmen und in ihr Herz schließen. Ich habe sehr viel für mich mitgenommen - Humor und Ruhe bewahren, nicht aufgeben und dass jeder Mensch gut ist, wie er ist.                                    

Warum sollte man sich gerade für Deine Einsatzstelle entscheiden und was macht sie besonders?

Es gibt so viele Dinge, die meine Einsatzstelle besonders machen. Man wird auch als vollkommener Neuling sehr gut in das Team integriert und wenn man Hilfe braucht, ist immer jemand da, der einem zur Seite steht. Außerdem nimmt es einem keiner krumm, wenn man am Anfang einen Fehler begeht. Was ebenso sehr besonders in dieser Einsatzstelle ist, sind die Bewohner*innen denn sie nehmen einen so, wie man ist. Ein weiterer ausschlaggebender Grund für die Einsatzstelle könnte auch sein, dass man hier lernt, Vorurteile gegenüber anderen Menschen abzubauen und man seinen Horizont erweitern kann. Was für mich auch noch wesentlich an dieser Einsatzstelle ist und war, ist der gesamte Umgang aller Mitarbeiter*innen untereinander und auch mit den Bewohner*innen.

Erzähle eine kurze lustige, kuriose, überraschende oder verrückte Begebenheit aus Deinem Freiwilligendienst.

Die Geschichte trug sich am 1. Tag meines Bundesfreiwilligendienstes zu. Ich habe mich bei den Bewohner*innen der Wohngruppen 1-3 vorgestellt. Da sagte auf einmal eine Bewohnerin zu mir: „Sind Sie Frau Vogel? Ich habe sie lieb.“ Da musste ich lachen, da ich diese Bewohnerin lange nicht mehr gesehen habe und mir nicht vorstellen konnte, dass sie mich nach einiger Zeit wiedererkennt.                                                                                                                                                      

Bei Fragen wenden Sie sich an:
Ulrike Novy
Pressesprecherin I Öffentlichkeitsarbeit
Telefon 0351 84704-529

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