05.Juni 2020

Kind sein in jedem Alter

Das können wir von den Jüngsten lernen

„Wir müssen achtsam sein mit den Kleinsten unter uns, damit sie die Größten werden können.“ Was für ein wunderschöner Satz. Jane Prezewowski, Leiterin der AWO Kita „Sonnenkäfer“, nimmt uns mit auf eine bewegende Reise in das Land unserer Kinder.

Ein Junge am See

Liebe Erwachsene,

dies soll weder ein Text sein, um Sie zu belehren, noch um Ihnen Vorschriften zu machen. Am Ende soll er Ihnen einfach sagen, warum sie sich ein Stück Kindheit bewahren sollten. Wer an dieser Stelle schon mit den Augen leiert, darf den Rest des Artikels auch gern überspringen - ist Ihre Entscheidung!

Die große Frage ist: wann haben wir als Erwachsene aufgehört zu träumen? Und ich meine damit nicht ein Traum, bei dem es darum geht, ob der nächste Deal funktioniert, ob die nächsten Aktien steigen oder der x-te Lottoschein mich doch endlich zu meinem "wohlverdienten" Vermögen bringt - nein!

Ich meine damit Träume, die so kindlich, echt und so rein sind, dass sie diese Welt verändern können. 

Lassen Sie uns einen kleinen Exkurs unternehmen.

Haben Sie sich mal gefragt, wer die größten Häuser dieser Welt baut? Wer die schönsten Geschichten erzählt? Und wer die leckersten Eissorten und Torten dieser Welt herstellt?  Es sind nicht die Star- Autoren, die Architekten oder die Sterneköche dieser Welt - es sind unsere Kinder!

Mit ihrer feinen und reinen Weise die Welt zu betrachten, haben sie Träume und Wünsche, die so großartig sind, dass sie für uns alle Freude schaffen können. Sie sind so unschuldig und einfach, dass es einen schmerzt, wenn man merkt, was man als Erwachsener verloren hat.

Versuchen Sie sich einen kurzen Moment zu erinnern, wie hoch wirkte der erste Turm den Sie gebaut haben? Gigantisch, oder? Heute würde ich sagen, der hätte locker mit dem Burj Khalifa in Dubai mithalten können. Wir alle waren Bäcker, die die köstlichsten Sandkuchen backten (mit den ungewöhnlichsten Kreationen) und wir alle waren Prinzessinnen oder Ritter, die den bösen Drachen besiegten (oder eben von genau diesem gerettet werden mussten).

Wir haben im Laufe unseres Erwachsenenseins so viel vergessen und oftmals aufgehört von den wirklich wichtigen Sachen zu träumen.

Wir müssen unsere Augen für all unsere Kinder öffnen, für diese kleinen Menschen, die später einmal unsere Zukunft sein werden. 

Somit sage ich: wenn Sie ein Kind mit dem Spielzeugtelefon anruft, gehen Sie ran! Vielleicht sprechen Sie mit unserem zukünftigen Bundeskanzler. Wird Ihnen ein Sandkuchen angeboten, kosten Sie ihn! Dieses Geschmackserlebnis wird Sie umhauen, auch wenn es vielleicht etwas zwischen den Zähnen knirscht. Es könnte der nächste Jamie Oliver vor Ihnen stehen mit einem Vanille-Fleisch-Apfel-Tomaten-Kuchen - der Hit auf jedem Streetfood- Festival. Und versuchen Sie nicht allzu laut zu schreien, wenn das Kind Ihnen eine Spritze gibt, denn die meisten Kleinen sind viel furchtloser als wir Erwachsenen.

Leben und genießen Sie die Fantasie unserer Kinder mit, denn ihre Gedanken, Ideen und Vorstellungen werden einst unser aller Zukunft sein.

Ich möchte an dieser Stelle nicht dramatisch klingen, aber eine einfache Zukunft wird das nicht und die Schuld liegt bei uns Erwachsenen. Eine große Schuld.

Wir haben dazu beigetragen unseren Planeten abzubauen, Tierarten zu vernichten und unser Klima ins Chaos zu stürzen. Für diese Probleme, die wir verursacht haben, müssen wir unsere Kinder stärken. Mit Liebe, Wertschätzung und Wissen schaffen wir die Grundlage, für diese neuen großen Köpfe der zukünftigen Generation.

Wir müssen achtsam sein mit den Kleinsten unter uns, damit sie die Größten werden können. Sie werden irgendwann für uns da sein müssen. Schenken Sie Ihnen Respekt, Menschlichkeit und hören Sie ihnen zu. Wir können so viel von Ihnen lernen, dass wir im Laufe der Jahre vergessen haben. 

Von daher: schnappen Sie sich ihr Kind und zwei der gemeingefährlichen Hüpfpferde. Jetzt dürfen Sie noch einmal Cowboy sein, ohne dafür kritisch beäugt zu werden.

So können Sie voller Stolz und mit gutem Gewissen in den Sonnenuntergang gen Zukunft reiten - gemeinsam mit unseren Zukunftsträgern.

Der Text stammt aus der meeting Ausgabe 1_2020/ Regionalteil Leipziger-Land mit dem Thema „Kinder sind unsere Zukunft“. Weitere Artikel finden Sie unter www.awo-sachsen.de/meeting

Bei Fragen wenden Sie sich an:
Ulrike Novy
Pressesprecherin I Öffentlichkeitsarbeit
Telefon 0351 84704-529