23.Juli 2020

Vorgestellt: Die Familienpaten des AWO Familienkreis in Döbeln

Helfende Hände für Groß und Klein

Das Projekt »Familienpaten« soll Familien unerstützen, die im Alltag an ihre Grenzen kommen. Das sind z.B. Eltern ohne Großeltern und Bekannte oder Alleinerziehende. Kinder werden in ihrem Alltag durch ehrenamtliche, aber durch das Projekt vorbereitete Pat*innen unterstützt und begleitet.

Die drei Familienpatinnen

Der Druck auf Eltern ist heute so hoch wie nie. Dem Kind bzw. Kindern gerecht zu werden, neben Job, Freizeit und Partnerschaft, ist für manche Erziehungsberechtigte ein schwieriger Spagat. Sie suchen Hilfe, doch die klassische Unterstützung durch Großeltern vor Ort ist selten.

An dieser Stelle helfen feingliedrige Netze der AWO-Familienbildung mit kompetenter Beratung – und im Landkreis Mittelsachsen seit 2013 mit der Vermittlung von »Familienpaten«. Mehr als 50 Patenschaften laufen bereits.

Die Arbeiterwohlfahrt hat das Ehrenamtsprojekt »Familienpaten« mit zwei weiteren Trägern aufgebaut. Das Team des Döbelner Familienkreises unterstützt und koordiniert den Einsatz dieser Helfenden.

»Der Bedarf für Familienpatenschaften ist vielschichtig«, sagt Sozialarbeiterin Mandy Gausche. »Das Projekt richtet sich vor allem an Eltern ohne Großeltern und Bekannte, die unterstützen könnten. An Alleinerziehende, an jene stark belasteten Eltern, die immer wieder an ihre Grenzen geraten.« Kinder sollen in ihrem Alltag durch ehrenamtliche, aber durch das Projekt vorbereitete Pat*innen unterstützt und begleitet werden. Sie unternehmen mit ihnen Ausflüge und Freizeitaktivitäten, sind Vertrauensperson und Gesprächspartner*innen.

Familienpaten können alle werden, die wirkliches Interesse und Freude im Umgang mit Kindern haben. Denn es ist kein kommerzielles Angebot. Familienpaten erhalten nur das Fahrgeld. »Meist sind es Menschen, deren Kinder schon erwachsen sind«, sagt Mandy Gausche. »Unsere Familienpaten werden sorgfältig ausgewählt und für die Aufgaben mit Basisschulungen vorbereitet. Man muss über 18 Jahre alt sein und ein erweitertes Führungszeugnis ohne Eintragung vorweisen können«, bekräftigt Sozialarbeiterin Franziska Bauer. Auf maximal sechs Stunden in der Woche ist die Unterstützung begrenzt.

Die Familien, die eine Patenschaft eingehen, haben keinen Anspruch auf den Einsatz der Paten. Die AWO-Kolleginnen in Döbeln sind dabei ständige Ansprechpartner*innen für die Ehrenamtlichen. »Wir schauen, welche Rahmenbedingungen zusammenpassen und welche Wünsche die Familienpaten haben. Wir führen erste Kennenlerngespräche und organisieren den Austausch mit anderen Ehrenamtlichen«, sagt Mandy Gausche.

Um neue Familienpaten zu finden, hat das Projekt Unterstützung durch die Hochschule Mittweida erhalten. Im Zuge einer Kampagne wurden durch Student*innen beispielsweise eine projektbezogene Webseite und ein dazugehöriger Blog, ein Maskottchen, neue Flyer oder Social Media-Kanäle erstellt.

Neben dem Projekt Familienpaten bietet der Döbelner Familienkreis von der AWO Familienzentrum gGmbH weitere vielfältige Angebote für Familien mit Kindern bis zum Schuleintritt an. »Unsere Aufgabe ist es, Familien in ihrem Familienalltag zu unterstützen und sie in ihren Kompetenzen zu stärken«, sagt Sozialarbeiterin Mandy Gausche. Dabei bietet ihr Team Krabbelgruppen in Döbeln, Waldheim, Hartha, Leisnig und Roßwein an, lädt zum Elterncafé oder zu Kreativnachmittagen ein. Auch Themenabende werden gut angenommen. Man richtet sich immer nach den Bedürfnissen der Eltern. Beim Vater-Kind-Sportkurs »goPAPAgo« beispielsweise stehen neben der intensiven gemeinsam verbrachten Zeit vor allem sportliche Aktivitäten und Spaß an der Bewegung im Mittelpunkt.

»Väter machen sich ebenso Gedanken über Erziehung, nehmen Elternzeit und sind interessiert an Beratung und Austausch«, sagt sie. Dem wolle man nachkommen, sei aber auch abhängig von der Verfügbarkeit von Turnhallen.

Neu im Familienkreis ist die individuelle Familienbegleitung durch eine Familientherapeutin. Marie Dietrich-Streubel betreut Familien in Lebenslagen, welche von ihnen als besonders herausfordernd erlebt werden. »Ich gehe mit zu Ämtern oder Ärzten, stelle Anträge oder gebe Rat bei  Schlafschwierigkeiten des Nachwuchses, zur Ernährung, in der Trotzphase oder den ersten Babywochen«, sagt sie. »Wir gehen den Weg gemeinsam«.

Mehr Infos: www.familienkreis-doebeln.de

Eine Geschichte aus der aktuellen meeting 1_2020 - Regionalteil Mulde-Collm

Foto: Mandy Gausche (v. l.), Marie Dietrich-Streubel und Franziska Bauer bilden das Team des AWO Familienkreises in Döbeln. Quelle: AWO Mulde-Collm / Corinna Karl-Sander

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Pressesprecherin I Öffentlichkeitsarbeit
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