05.August 2020

Natur pur im Kindergarten Halbendorf

Wie ein Paradies für kleine Piraten, Vögel und Käfer entsteht

„Die Kinder können durch eigenes Tun ihre Umgebung mit gestalten, die Natur und Umwelt mit allen Sinnen entdecken und gleichzeitig lernen, verantwortungsvoll mit ihr umzugehen.“ (Aus: Auslobung des Wettbewerbs)

Im Kindergarten werden die Pflanzen von einem Jungen mit Wasserschlauch gegossen

Ein großes Piratenschiff soll bald auf dem kleinen Hügel über der Tunnelröhre im Garten der Kita »Waldidylle« in Halbendorf/Spree stehen. Das haben sich die Kinder gewünscht, als sie gemeinsam mit Kita-Leiterin Bettina Reck und den beiden Erzieherinnen überlegten, wie ihr großer Garten noch schöner werden kann. Bange, dass sie die dafür benötigten rund 5.000 Euro nicht zusammen bekommen, ist ihnen nicht. Schließlich haben sie mit tatkräftiger Hilfe von Eltern, vielen Unterstützer*innen aus der Region und der Überzeugungskraft ihrer Leiterin in den vergangenen fünf Jahren schon ein Trampolin, ein Klettergerüst für die Krippenkinder, einen großen Sandkasten und eben jene Tunnelröhre bauen können, um nur einiges zu nennen.

Der Grundstock für das Piratenschiff ist schon gelegt. Kita-Kind Jacys war so begeistert, dass er seine Mama bat, fünf Euro aus der Sparbüchse dafür spenden zu dürfen. Und natürlich liegen auch die 400 Euro Preisgeld im Spendentopf, die die Kita »Waldidylle« in der ersten Stufe des Sächsischen Kinder-Garten-Wettbewerbs erringen konnte. Unter dem Motto »Unser Kindergarten – ein nachhaltiger Bildungsraum« hatten sich im Februar 2019 insgesamt 47 Kitas aus ganz Sachsen beim Projektträger Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. beworben. 30 davon haben es in die nächste Stufe geschafft.

Die »vermutlich kleinste Öko-Kita Sachsens«, so steht es auf den Bewerbungsunterlagen, hat auf diesem Gebiet viel zu bieten. Wenn es nach dem Ideenreichtum, dem Wissen über Permakultur, samenfestes Gemüse, für Vögel und Käfer nützliche Hecken und Bäume sowie dem Engagement von Bettina Reck geht, dann hätte im Herbst einer der drei ersten Preise nach Halbendorf gehen müssen. Davon, dass die Jury anders entschieden hat, lässt sie sich nicht bremsen. Dann eben in zwei Jahren. »In unserem Gemüsegarten sehen die Kinder beispielsweise wie viele Tomatensorten es gibt, dass man auch im Winter Möhren ernten kann und dass man, wenn man sie nicht erntet, im nächsten Jahr eigenen Samen hat«, so Bettina Reck. Eine Kiste mit selbstgezogenem Gemüse vor der Tür der Kita hat im vergangenen Jahr mehr als 300 Euro für die Spendenkasse eingebracht. Statt Koniferen wachsen jetzt Felsenbirne, Kornelkirsche und Hainbuche. Damit Pflanzen wie Wiesenschaumkraut oder Wegwarte wieder blühen, wird der Rasen seltener und nur stückchenweise gemäht. »Den Rasenverschnitt legen wir unter die Hecken, damit die Regenwürmer nicht frieren«, erklärt sie den Kindern. Und damit das Unkraut nicht wächst. Ein besonderes Angebot ist auch, dass die Kinder Frühstück und Vesper in Bioqualität in der Kita erhalten. Die Zutaten kauft Bettina Reck – im Ehrenamt.

Eine Geschichte aus der aktuellen meeting 1_2020 - Regionalteil Bautzen

Bei Fragen wenden Sie sich an:
Ulrike Novy
Pressesprecherin I Öffentlichkeitsarbeit
Telefon 0351 84704-529