Neues Projekt der AWO Sachsen und der KNAPPSCHAFT, Regionaldirektion Chemnitz

Evaluation der Auswirkungen der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung in stationären Pflegeeinrichtungen (ESCORP)

Eine alte Frau schaut aus ihrem Zimmer im Pflegeheim

Unter dieser Überschrift haben der Arbeiterwohlfahrt Landesverband Sachsen e.V. (AWO) und die KNAPPSCHAFT, Regionaldirektion Chemnitz ein weiteres Präventionsprojekt nach § 5 SGB XI vereinbart. Geplant ist eine Evaluationsstudie, mit der die unmittelbaren Auswirkungen von Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie Besuchsverboten auf die psychosoziale Gesundheit der Bewohner*innen von stationären Pflegeeinrichtungen, ihren An-/Zugehörigen und den Mitarbeitenden gehabt haben.

 

Befragt werden Bewohner*innen und ihre An-/Zugehörigen in Einzel- und Fokusgruppeninterviews wie sie die Kontaktbeschränkungen erlebt haben, welche Entbehrungen hingenommen werden mussten, ob – und wenn ja welche – Veränderungen in ihren persönlichen Beziehungen eingetreten sind und ob sich das subjektive Gesundheitserleben verändert hat.

An-/Zugehörige der Bewohner*innen, die einen primären Faktor für die Stabilität der psychosozialen Gesundheit der Bewohner*innen bilden, sollen u.a. danach befragt werden, wie sie die administrierten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie Besuchsverbote wahrgenommen und welche (temporären) Veränderungen sie in den Beziehungen zu ihren, in einer Pflegeeinrichtung lebenden, Nächsten beobachtet haben. Darüber hinaus soll auch in diesem Untersuchungsfeld exploriert werden, welche Veränderungen bzgl. der psychosozialen Gesundheit aufgefallen sind.

Pflegende werden im Rahmen einer elektronischen Befragung um Auskunft darüber gebeten, welche Veränderungen sie an den Bewohner*innen während der Kontaktbeschränkungen und Besuchsverbote wahrgenommen haben. Darüber hinaus interessiert die Perspektive der Pflegenden auf die direkten Auswirkungen der ergriffenen und in den Einrichtungen umgesetzten Maßnahmen hinsichtlich der psychosozialen Gesundheit der Bewohner*innen. Im Rahmen von Expert*innengesprächen werden auch die Einrichtungsleitungen eingebunden, die insbesondere nach ihrem Umgang mit der ihnen durch die Corona-Schutzverordnungen übertragenen Verantwortung sowie nach Grenzen der Umsetzung gefragt werden.

Auch behandelnde Haus-/Fachärzt*innen werden in die Untersuchung eingebunden. Sie sollen u.a. danach gefragt werden, inwieweit die Umstände der Pandemie und die damit verbundenen Besuchsverbote und Kontaktbeschränkungen zu einer erhöhten Verordnung von Psychopharmaka durch sie geführt haben.

Das gemeinsame Projekt von AWO und KNAPPSCHAFT  ist für eine Laufzeit von insgesamt zweieinhalb Jahren konzipiert und wird im März 2023 abschließen. Derzeit werden die Befragungen der genannten Untersuchungsfelder vorbereitet. Eine direkte Teilnahme an der Untersuchung wird für die Pflegeeinrichtungen gesondert ausgeschrieben. Ebenso erfolgt eine gesonderte Einladung an Pflegende, sich an der Untersuchung zu beteiligen. Eine Einladung zur Beteiligung der behandelnden Haus-/Fachärzt*innen erfolgt auf direktem Weg. Fragen zum und zur Teilnahme am Projekt können gerichtet werden an: escorp@awo-sachsen.de

Zum Projektflyer Escorp